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25.10.2010   Alter: 2 Jahre

Wo bitte geht’s zum Castor? - Greenpeace macht mobil

Kategorie: Düsseldorf

Düsseldorf, 23.10.2010 – Hauptbahnhof. Ca. 12 Aktivisten von Greenpeace Düsseldorf informiert Bürger darüber, wie sie sich an den Anti-Atom-Demonstrationen rund um die anstehenden Castortransporte beteiligen können. Am Infostand, der als „mobile Reisebüros“ umgebaut wurde, erklären sie den Passanten, wie sie zu der Großdemo am 6. November ins wendländische Dannenberg kommen können. Wir gaben auch Auskunft zu Anlaufstellen für Übernachtung und Verpflegung. Vor diesem Hintergrund begrüßt Greenpeace den nach wie vor gültigen – leider jedoch nicht bindenden - Beschluss des Düsseldorfer Stadtrates vom 19.03.1998 gegen den Transport von Castorbehältern durch das Stadtgebiet von Düsseldorf.

Fotos: Stefan Schmidt

Viele nahmen das Angebot spontan wahr und ließen sich beraten. So wurden am Stand von „Wendland Reisen – Aktivurlaub der Xtra-Klasse!“ ca. 200 Reiseprospekte. Ab 24 EUR fährt man mit dem Bus bequem Hin- und zurück.

„Wir rechnen mit einem großen Zulauf zu den Protestaktionen rund um den Castor“, sagt Alexander von Sehlen, Atomexperte von Greenpeace Düsseldorf. „Die Menschen sind massiv empört über die Pläne der schwarz-gelben Regierung, die Laufzeiten der alten Atommeiler zu verlängern. Davon profitieren nur die Konzerne. Und während die sich die Taschen mit dem neuen Geldgeschenk vollstopfen, tragen die Bürger das Risiko. Für uns und unsere Kinder müssen wir gegen diese unverantwortliche Atompolitik auf die Straße gehen. Dabei wollen wir die Menschen unterstützen.“

Am 5. November soll der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague nach Gorleben im Wendland starten. Die Demonstrationen richten sich dagegen, dass in Gorleben ein Endlager errichtet werden soll, das nicht geeignet ist, den hochradioaktiven Müll über Jahrtausende sicher von der Umwelt abzuschirmen. Außerdem richten sich die Proteste gegen die generelle Atompolitik der Bundesregierung. Greenpeace hatte berechnet, dass die Atomkraftwerke allein durch die Laufzeitverlängerung fast 5000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll zusätzlich produzieren werden. Das entspricht mehr als 500 Castorbehältern. Durch Übertragung von Strommengen und Stillstandszeiten können durch den Atomdeal auch im Jahr 2050 noch Atomkraftwerke am Netz sein.

Aber auch allein der Transport der strahlenden Castorbehälter birgt erhebliche Risiken für die Düsseldorfer Bevölkerung im Falle eines Unfalles. Dass ein Transport der strahlenden Castorbehälter durch Düsseldorf nicht ausgeschlossen, ist am beigefügten historischen Bilddokument von Greenpeace Düsseldorf vom 28.01.1998 zu sehen, wo Castorbehälter mitten in der Nacht durch den S-Bahnhof Eller-Süd rollten. Einbau  Castor  Bild?
67 Prozent der Deutschen  wollen keine Laufzeitverlängerung

Die Pläne der Regierung, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um acht beziehungsweise 14 Jahre zu verlängern, führte bereits zu großen Protestaktionen. An der Anti-Atomdemo am 18. September in Berlin nahmen 100.000 Menschen teil, an der 120 Kilometer langen Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel am 24. April sogar mehr als 120.000 Menschen. Laut einer Umfrage von tns emnid im Auftrag von Greenpeace im April diesen Jahres sind 67 Prozent der Deutschen gegen eine Laufzeitverlängerung.