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Der Castor rollt auch durch Düsseldorf

Castor-Projektionstour in Benrath mit Castor-Modell
Das Beweisfoto: der Castor in Eller

Am Mittwoch, den 28.1.1998 fuhr morgens um 00.43h ein Atomtransport mit zwei Behältern durch D´dorf Eller-Süd. Hochradioaktive Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Krümmel waren auf dem Weg in die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. Solche Transporte sind keine Seltenheit. Allein 1996 fanden nach Angaben der Landesregierung mehr als 350 Transporte statt, davon allein 44 mit hochradioaktiven Brennelementen. Düsseldorf liegt an einer der Transportstrecken für Atommüll. Jährlich rollen mehrere Transporte aus norddeutschen Atomkraftwerken in die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague und in das britische Sellafield.

 

Aktionsbericht:

"Am Dienstag, den 27. Januar 1997 machten sich fünf Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Düsseldorf auf den Weg, um einen Atomtransport durch Düsseldorf zu beobachten. Noch wußten sie nicht wirklich, ob er auch durch Düsseldorf kommen würde, da es mehrere mögliche Transportstecken durch Nordrhein-Westfalen gibt.

Die Gruppe hat sich in zwei Kleingruppen geteilt, da es zwei mögliche Routen durch das Stadtgebiet gibt und beide abgedeckt werden sollten. Während zwei Personen auf einer Brücke warteten, waren drei weitere am S-Bahnhof Düsseldorf Eller-Süd. Um 21.30 Uhr ging es auf Position. Danach hieß es, einen günstigen Punkt zum Fotografieren suchen, damit später auch eindeutig zu erkennen war, daß der Atomtransport durch Düsseldorf gefahren ist und dann ging es los. Bei jedem durchrollendem Zug ging es auf Fotografierposition - um schnell auf den Auslöser drücken zu können, falls es sich um den Atomtransport handelt. Zwischendurch hieß es sich warmhalten - es war eine eiskalte Januarnacht.

Mit der Zeit wurde es immer kälter - aber an Aufgeben wurde nicht gedacht. Dann - um 00:43 Uhr am Mittwoch den 28. Januar kam er dann endlich - und konnte auf einem Foto festgehalten werden. Glücklich und durchgefroren ging es dann vom S-Bahnhof und der Brücke zurück nach Hause."